Kurs 104  
22.09.2018

Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander, Freiburg

Eine Einführung

Edmund Husserl 1900Edmund Husserl (1859–1938) zählt weltweit zu den einflussreichsten Philosophen der Gegenwart. Die von ihm begründete Phänomenologie initiierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine eigenständige philosophische Bewegung und Methode, die in ihrer Grundforderung den Rückgang auf die "Sachen selbst" zum Ziel des Erkenntnisinteresses erhebt. Der Wiräkungskreis der Husserlschen Phänomenologie ist denkbar weit und umfasst nicht nur die Philosophie im engeren Sinne, sondern ebenso die Psychologie, die Soziologie, die Neurowissenschaften wie auch die Literatur- und Kunstwissenschaften.

Berühmte Schülerinnen und Schüler wie Martin Heidegger, Edith Stein, Max Scheler, Hans-Georg Gadamer, Eugen Fink, Emmanuel Levinas oder Alfred Schütz bezeugen wie spätere Generationen von Wissenschaftlern bis in die Gegenwart hinein das innovative Potenzial von Husserls Denken. Im Kontrast zu der schon zu seinen Lebzeiten erfahrenen weltweiten Anerkennung erscheint Husserls Biografie eher unauffällig. Dabei ist sein Lebensweg in exemplarischer Weise verflochten mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und ein Stück weit auch mit der von Freiburg und seiner Universität. Geboren in einer Zeit, in der das liberale assimilierte Judentum im österreichischen Kaiserreich politische Gleichberechtigung und weitgehende gesellschaftliche Akzeptanz erlebte, waren Husserls Altersjahre in Freiburg verdüstert durch die NS-Herrschaft, die für ihn und seine Familie zur gesellschaftlichen Ausgrenzung führte. Der Vortrag möchte in der Verbindung von Leben und Werk den Teilnehmenden Edmund Husserl als einen der inspirierendsten Denker der Moderne näherbringen.

Der Referent ist Professor für Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität und Direktor des Husserl-Archivs.

Zeit: Samstag 17–20 Uhr mit einer Pause für das Abendessen

Teilnahme: 10 €
Abendessen: 12 €

 

 

 

 

 

 

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