1. Dr. Michael Harder: „Das Ende der Normalität – Thesen zur Einführung in das Symposium“
    In einem Kurzvortrag zur Einführung in das Symposium wird begründet, warum eine transdisziplinäre Sichtweise, die viele Perspektiven umfasst und vielleicht auf den ersten Blick überfordern mag, gerade heute so wichtig ist. In einer Zeit, in der man sich reduktionistisch bevorzugt mit kleinen, rationalisierbaren Details beschäftigt und scheinbar recht haben kann, wird das große Ganze gerne vergessen. Aber gerade dort zeigt es sich oft, dass dann auf einmal eine ganz andere Sicht der Dinge entsteht.
    Deutlich wird dann z.B., dass uns – eben weil wir dieses Ganze aus den Augen verloren haben – mittlerweile jede gesellschaftliche Normalität und Orientierung abhanden gekommen ist und wir als Menschen möglicherweise vielfältig von unseren eigenen Entwicklungen „überrollt“ werden. Damit stellt sich uns die Aufgabe, uns dies bewusst zu machen und genau anzuschauen, bevor wir danach suchen, wie wir in Zukunft leben wollen. Diese Vielfalt der Entwicklungen war denn auch die Grundlage für die Auswahl der Themen und Referenten für dieses Symposium, die nun der Reihe nach vorgestellt werden.
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  2. Prof. Dr. Franz Josef Röll: „Social Media – wie Medien unsere Wahrnehmung, Kommunikation und Identität ändern“
    Verändert die größte Herausforderung an unsere Gesellschaft, die Umgestaltung unseres Lebens durch das Internet und das immer heftigere Eindringen der Medien in unser Leben auch unser Verhalten und unser Denken? Und welchen Einfluss haben diese Medien auf die neue Generation, wie wirken sie sich auf die Identitätsfindung und die Sozialkompetenz von Jugendlichen aus?
    Zur Beantwortung dieser Fragen ist es wichtig, sich genauer diese Medien anzuschauen und die Art, wie wir sie nutzen und welche Verhaltensweisen sie bei uns erzeugen. Dabei wird deutlich, warum das Internet sich von allen anderen Medien unterscheidet und welche Auswirkungen es auf die Identitätsfindung durch Selbstnarration und die Beziehungsstruktur und das Beziehungsmanagement unserer Jugendlichen hat.
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  3. Ulrich Klotz: „Die Zukunft der Arbeit
    Wir stehen vor tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit, zwischen Arbeits- und Wohnort, zwischen Arbeit und Lernen, zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit verschwimmen zusehend. Computer werden zunehmend all das übernehmen, was planbar, regelhaft und programmierbar ist. Nun wird uns deswegen die Arbeit nicht ausgehen. Die Zukunft gehört dem Crowd-Sourcing und der Wissensarbeit – nur brauchen diese völlig andere Strukturen als das immer noch geltende hierarchische Modell unserer Industrieära. Kreativität und Wissensarbeit brauchen flache Hierarchien und eine Wertschöpfung, die auf Wertschätzung basiert.
    Nicht mehr Boden und Kapital sind zukünftig die knappen Güter, sondern die Wissensarbeiter mit ihrer Informationsfähigkeit. Stehen wir vor einer neuen Gesellschaftsform?
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  4. Dr. Christian Dries: „Die Antiquiertheit des Menschen“
    Wir leben in einer entzauberten Welt, die uns technologisch überfordert. Und immer mehr deutet darauf hin, dass wir „zivilisierten“ Menschen uns eine Welt geschaffen haben, in die wir nicht mehr hineinpassen. Was sagt uns die Philosophie dazu? Kann uns der Philosoph Günther Anders (1902-1992) wichtige Gedanken liefern? Brauchen wir eine neue Ethik – oder doch eher eine politische Revolution?
    In seinem Vortrag "Von der Antiquiertheit des Menschen zur Ethik der Kontingenz. Günther Anders als Denker der Gegenwart" skizziert Dr. Dries zentrale Thesen der kritischen Gesellschaftsphilosophie von Günther Anders zum Thema Technik und Arbeit und fragt, welche möglichen (Denk-)Auswege sich aus dem "Weltzustand Technik" ergeben, den Günther Anders in seinem Hauptwerk "Die Antiquiertheit des Menschen" diagnostiziert. Das Spektrum reicht von technologischer Nebenfolgenabschätzung über Regionalisierung bis hin zum gewalttätigen Widerstand und einer Ethik der Kontingenz.
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  5. Monika Ebeling: „Der Geschlechterkampf – das Wegdenken der Unterschiede“
    Auch in der Liebe zwischen Mann und Frau, die in all ihren Facetten unzählige Romane füllt, leben wir längst in einer entzauberten Welt. Und doch ist das Verhältnis von Mann und Frau, die Idee der Familie das eigentliche Fundament jeder Gesellschaft. Der männerfeindliche Feminismus mit der Ablehnung der Mutterrolle und dem Angriff auf traditionell männliche Rollen und Männer überhaupt hat zu einem Geschlechterkrieg geführt, in dem jede Poesie abhanden gekommen ist. Viele Familien und Kinder sind das Opfer dieses Mainstreams geworden, dem man in der Diskussion „politisch korrekt“ tunlichst nichts entgegensetzen soll, will man nicht persönlich angegriffen und diffamiert werden.
    Frau Ebeling versucht dies trotzdem und fragt sich, wo in der angeblichen Gleichstellungspolitik die Belange der Männer und Söhne geblieben sind. Sie tritt ein für ein Wieder-Miteinander der Geschlechter, und es ist letztendlich ein Plädoyer für die Liebe.
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» zum zweiten Tag